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MÖDLING

25 Litschauerhof

Dieser Gebäudekomplex mit mittelalterlichen Wurzeln befindet sich geographisch außerhalb des historischen Zentrums des Marktes Mödling, südlich des Mödlingbaches und nördlich des heute nicht mehr vorhandenen Mühlbaches. Das Gebäude lag vor der Regulierung des Mödlingbaches auf einer Landzunge, umgeben von Weingärten, Wiesen und Feldern, die im Süden bis zum Eichkogel reichten, im Osten bis zur Ortsgrenze nach Wiener Neudorf.

Mit dem Gebäude war auf der Westseite ein mächtiger Torturm verbunden, das sogenannte „Eisentor“, das die Einfahrt nach Mödling und die Durchquerung der Furt durch den Mödlingbach absicherte. Der Torturm war allerdings weniger ein militärischer Bau zur Verteidigung als vielmehr ein Maut- und Zollgebäude, das der Einhebung der Mautabgaben auf eingeführte Waren an Markttagen diente.

Im Mittelalter beherbergte der Vorgängerbau das Herrenhaus des Melker "Zehenthauses". Das Stift Melk war seit dem Mittelalter Eigentümer großer landwirtschaftlicher Flächen in Mödling, die von einem lokalen Amt verwaltet wurden. Nach den Verwüstungen der Türkenbelagerung 1683 erwarb das Stift Melk auf der Hauptstraße ein zentraler gelegenes Haus, den Mölkerhof. Die heutige Baugliederung stammt vorwiegend aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts, die Biedermeierfassade aus dem Jahr 1842. Die Gebäudenutzung war im Laufe der letzten 3 Jahrhunderte vielfältig, ab 1773 befand sich hier beispielsweise eine Seidenmanufaktur. Der Name Litschauerhof leitet sich von einem Vorbesitzer, dem Wein- und Spirituosenhändler Litschauer ab. Seit 1921 wird das Gebäude als Kindergarten genutzt. Zunächst als Privatkindergarten geführt, befindet sich das Gebäude heute im Besitz der Stadt Mödling und beherbergt den NÖ Landeskindergarten Eisentorgasse.

 
Eisentorgasse 1
Der Litschauerhof, Foto:  Stadtgem. Mödling
Heute beherbergt der Litschauerhof einen Kindergarten, Foto: Stadtgem. Mödling
Der Litschauerhof  im Jahr 1907, Foto: ÖNB

 

 

 


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