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MÖDLING

07 Herzoghof

Der Herzoghof ist ein spätmittelalterlicher, reich mit ornamentaler Malerei verzierter Profanbau aus dem zweiten Viertel des 15. Jh. und Namensgeber für die Herzoggasse. Die Fassade des dreiflügeligen Bauwerks  ist sowohl giebel- als auch traufenständig. Ostseitig im giebelständigen Erkerbau, findet sich gemalte Scheinarchitektur in Grisaille, einer mittelalterlichen Maltechnik, die ausschließlich in Grau, Weiß und Schwarz ausgeführt ist. Als weiteres kunsthistorisch interessantes Detail ist die an der Fassade angebrachte Kopfskulptur zu nennen, die einer Legende nach einen Hausbesitzer, der sich zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte, darstellt. Seinen Namen verdankt der Herzoghof seinem ehemaligen Bewohner  Przemysl, Herzog von Troppau, der seit 1475 als Wiener Domdechant auch die Würde des Mödlinger Pfarrers bekleidete. Als er im Februar 1493 hier in seinem Wohnhaus starb, wurde ihm in der hiesigen Pfarre ein Grabstein errichtet, der den vom Herzogshut bedeckten Schild des Fürstentums Troppau zeigt. Ein weiterer nennenswerter Bewohner war der Marktrichter Dr. Thomas Vögel.  Als Marktrichter war er Oberhaupt der örtlichen Verwaltung, vergleichbar mit dem heutigen Amt des Bürgermeisters. Er wurde 1683 auf der Flucht von Tartaren erschlagen.

Am 9. November 1807 erwarb Vinzenz Rachenzentner den "Herzoghof“ samt dem hier seit 1696 nachweisbaren Lebzeltergewerbe. Die Lebkuchen werden hier heute genau wie seit Jahrhunderten in reiner Handarbeit nach den überlieferten Familienrezepten hergestellt. Das älteste noch heute verwendete Lebkuchenrezept stammt von 1856.

 
Herzoggasse 4
Herzoghof
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KarlGruber
Alte Ansicht
Wappenband

 

 

 


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