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MÖDLING

18 Burg Mödling

Die um die Mitte des 12. Jh. erbaute Burg Mödling zählt zu den größten romanischen Burganlagen in Österreich. Unter  dem Babenberger Herzog Heinrich II, besser bekannt als "Heinrich Jasomirgott"  wurde mit dem Bauwerk begonnen, zu Beginn der Herrschaftszeit seines Sohnes, Herzog Heinrich den Älteren im Jahr 1177 wurde die Burg nach rund dreißig Jahren Bauzeit vollendet. Mit dem Aussterben der Babenberger-Dynastie gelangte die einstige Babenbergerburg anno 1279  in den Besitz von Rudolf von Habsburg. Die folgenden zweihundert Jahre brachten wechselnde Burggrafen und Burghautpmänner, mehrmals war die Burg auch verpfändet.  Beim Magyareneinfall von 1477 eroberte der Ungarnkönig Matthias Corvinus die Burg Mödling, gab sie aber nach Abschluss der Friedensverhandlungen wieder zurück. 1529 brannten die einfallenden Osmanen die Burg nieder; erst 1543 entschloss man sich, die Burg wieder aufzubauen. Lange sollte die Freude über den Wiederaufbau nicht dauern. 1556 traf ein Blitzschlag die stattliche Burg und die gesamte Anlage ging in Flammen auf. Nach dieser verheerenden Feuersbrunst verfiel das Bauwerk und wird schon 1592 als "verödet“ bezeichnet. Mauern und Gebäudeteile wurden im Laufe der Zeit von den diversesten Besitzern als Baumaterial verkauft und abgetragen.

Im Jahr 1807 gelangte die Ruine in den Besitz des Fürsten Johann I. von Liechtenstein, der die Anlage 1812 - entsprechend dem Zeitgeist - im romantischen Stil willkürlich ergänzen ließ. Auf diese Zeit geht etwa der an der höchsten Stelle des Areals stehende Aussichtsplatz zurück, der an der Stelle des ursprünglichen, größeren Wohnturmes errichtet wurde. In den Revolutionswirren von 1848 fiel auch diese künstliche Burg einer Zerstörung zum Opfer. In den Jahren 1965 bis 1970 fanden umfangreiche Grabungsarbeiten durch den Mödlinger Museumsverein statt. Dabei wurden die romanischen Fundamente wieder freigelegt und bieten heute die Möglichkeit, sich von der einstigen Größe der Burg ein Bild zu machen.  Im Sommer 1970 wurde an der Burgruine eine Gedenktafel angebracht, die daran erinnert, dass - mit einiger Wahrscheinlichkeit - niemand geringerer als Walther von der Vogelweide um 1219/1220 auf dieser Burg weilte, um seine Kunst auch am Hof der Mödlinger Babenberger vorzutragen. Zur Jahrtausendwende wurde das Mauerwerk bautechnisch fixiert, um eine weitere Zerstörung durch Verwitterung zu verhindern.

 
48.0795146,16.2672948
Burgruine Mödling
ehemaliger  Wohnturm
Ausblicke

Stich aus dem 17. Jhdt

 

Burgfolder (PDF) von Michael Danzinger /
Bettina Heiss

 


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