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MÖDLING

12 Waisenhaus u. -kirche

Schon im 11./12. Jahrhundert befand sich hier die älteste Mödlinger Kirche St. Martin. Noch 1475 ist sie als Pfarrkirche nachzuweisen, ehe sie in der Folge durch die heutige Pfarrkirche St. Othmar in dieser Funktion abgelöst wurde. 1529 und 1683 wurde das Gotteshaus, das inmitten eines Friedhofs lag, von den Osmanen verwüstet und jedes Mal wieder erneuert. 1787 kam es zum endgültigen Abbruch der alten Kirche. Fast genau hundert Jahre später entstand der heutige Bau der Waisenhauskirche St. Josef nach den Plänen von Architekt Eugen Sehnal, der zeitgleich auch das Waisenhaus-Ensemble errichtete. Die neue Kirche wurde 1886 geweiht.  An dem einschiffigen, historisierend im Stil der Frührenaissance errichteten Backsteinbau sind der Altar mit einem Altarbild von Heinrich Janner, einem Schüler Ferdinand Waldmüllers, und die vier Statuen der Mödlinger Kirchenpatrone St.Martin, St. Othmar, St. Ägidius und St. Pantaleon über dem Eingangsportal bemerkenswert.

Ehemaliges Hyrtl´sches Waisenhaus
Das im späthistorischen Stil errichtete ehemalige Waisenhaus bildet ein geschlossenes Ensemble in der Art eines englischen Colleges. Es wurde 1886 eröffnet und stand  bis zum Tod seines Initiators, des vormaligen  Mödlinger Bürgermeisters Josef Schöffel  (1832 – 1910) unter dessen Leitung. Schöffel, der 1885 den „Verein zur Gründung und Erhaltung eines Waisenhauses“ ins Leben gerufen hatte, konnte den mit ihm befreundeten berühmten Anatomen Dr. Josef Hyrtl (1810 - 1894) dazu veranlassen, sein Vermögen weitgehend für die Errichtung des Waisenhauses zu stiften. An den großzügigen Stifter erinnert eine im Jahr 1902 vor der Kirche aufgerichtete Büste. In der Zwischenkriegszeit gab es in der Anstalt Platz für mehr als sechshundert Kinder. Der wohl berühmteste Zögling der Anstalt war der österreichische Dichter Josef Weinheber (1892 – 1910), der hier die Jahre 1901 bis 1908 verbrachte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anstalt von der sowjetischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und arg in Mitleidenschaft gezogen. Die einzelnen Gebäude führen die alten Traditionen des Waisenhauses in seiner Funktion als Sitz verschiedener sozialer Einrichtungen weiter:

Im Ostgebäude am Josef Hyrtl-Platz 1 befindet sich seit 1964 das Katastrophenlager des Roten Kreuzes.
Im Haus am Josef Hyrtl-Platz 2, dessen Fassade 1986 zur 100-Jahr-Feier des Waisenhauses  renoviert wurde, befinden sich heute eine Volksschule, eine Sonderschule und ein Kindergarten, sowie der Sitz diverser lokaler Vereine.
Im architektonisch interessantesten Gebäude des Mödlinger Waisenhauses, am Josef Hyrtl-Platz 3, ist seit 1976 die Fachschule für Damenkleidermacher, heute höhere Lehranstalt für Mode mit Schwerpunkt Modemanagement und Design und die Höhere Lehranstalt für Produktmanagement und Präsentation, untergebracht.

 
Josef Hyrtl - Platz 4
Waisenhauskirche
Wiki/Karl Gruber [CC BY-SA]
Modeschule
Wiki/Karl Gruber [CC BY-SA]
Volksschule
Wiki/Karl Gruber [CC BY-SA]

Waisenhauskirche innen
Waisenhauskirche - Südtrackt
Wiki/Karl Gruber [CC BY-SA]

 

 

 

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